
Beckenboden stärken
Schwangerschaft, Mamasein und Menopause
Kennst du das?
Du stehst an der Supermarktkasse, die Einkaufstaschen sind voll und eigentlich möchtest du sie gar nicht anheben. Nicht weil sie zu schwer sind, sondern weil du nie genau weißt, ob dein Beckenboden diesmal mitmacht.
Oder vielleicht kennst du eine ganz andere Situation.
Du hast eigentlich keine Probleme mit Urinverlust, dafür aber ständig das Gefühl, angespannt zu sein. Selbst intime Momente mit deinem Partner fühlen sich nicht mehr richtig angenehm an. Irgendetwas zieht, spannt oder schmerzt und du kannst es gar nicht richtig beschreiben.
Was viele Frauen nicht wissen: Hinter beiden Situationen kann derselbe Bereich des Körpers stecken – der Beckenboden.
Und genau deshalb lohnt es sich, ihn besser zu verstehen.
Warum mir dieses Thema so wichtig ist
Ich beschäftige mich inzwischen seit vielen Jahren mit dem Thema Beckenboden – als Mama, als Postnatal Trainerin, Yogalehrerin und Pilates Trainerin.
Dabei kenne ich beide Seiten. Vor meiner Schwangerschaft habe ich jahrelange Probleme gehabt mit stressbedingten Verspannungen im Beckenboden. Es hat einige Jahre und Untersuchungen benötigt, dies herauszufinden. Niemand von meinen Ärzten kam auf die Idee das meine Schmerzen vom Stress kommen. Mit Stressreduzierenden Maßnahmen und Yoga konnte ich die Verspannungen lösen.
Nach meiner Schwangerschaft habe ich selbst erlebt, wie plötzlich Dinge nicht mehr so funktionieren wie früher. Ein Jahr nach der Geburt fiel mir auf, dass sich regelmäßig Urin in meiner Slipeinlage befand. Ich wusste nicht einmal genau, wann das passierte. Ich wusste nur: Das möchte ich nicht einfach hinnehmen.
Genau deshalb betrachte ich den Beckenboden heute immer ganzheitlich.
Schwangerschaft – wenn der Beckenboden Höchstleistungen vollbringt
Während der Schwangerschaft leistet dein Beckenboden jeden Tag Erstaunliches. Mit dem Wachstum deines Babys nimmt das Gewicht im Bauchraum kontinuierlich zu und der Druck auf den Beckenboden steigt. Gleichzeitig sorgen hormonelle Veränderungen dafür, dass Muskeln, Bänder und Faszien weicher und beweglicher werden, um den Körper auf die Geburt vorzubereiten.
Für den Beckenboden bedeutet das Höchstarbeit: Er trägt immer mehr Gewicht, stabilisiert weiterhin deine Körpermitte und unterstützt Blase, Gebärmutter und Darm. Viele Frauen bemerken in dieser Zeit erste Veränderungen wie ein Druckgefühl im Becken, Rückenschmerzen oder kleine Unsicherheiten beim Husten, Niesen oder Lachen.
Diese Veränderungen sind häufig und zunächst ganz normal. Dennoch lohnt es sich, den Beckenboden bereits in der Schwangerschaft bewusst wahrzunehmen und zu unterstützen. Denn ein gut vorbereiteter Beckenboden kann nicht nur die Schwangerschaft angenehmer machen, sondern auch die Regeneration nach der Geburt erleichtern.
Während meiner Schwangerschaft habe ich selbst erlebt, wie herausfordernd diese Veränderungen sein können. Ich hatte starke Symphysenschmerzen, Beschwerden im Ischiasbereich und zeitweise das Gefühl, dass mein gesamter Beckenraum unter Druck steht. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir dieses ständige Gefühl von Schwere und extremer Durchblutung im Intimbereich. Gleichzeitig waren viele Verspannungen, die mich vorher begleitet hatten, plötzlich verschwunden.
Damals habe ich die Zusammenhänge noch nicht verstanden. Heute weiß ich, dass die hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft Muskeln, Faszien und Bänder weicher und beweglicher machen. Das ist wichtig, damit sich der Körper auf die Geburt vorbereiten kann. Gleichzeitig muss der Beckenboden aber immer mehr Gewicht tragen und oft zusätzliche Stabilität übernehmen. Genau dieses Zusammenspiel aus mehr Beweglichkeit, höherer Belastung und dem Bedürfnis des Körpers nach Stabilität kann zu Beschwerden führen.
Deshalb ist jede Schwangerschaft anders. Manche Frauen erleben eher eine Schwäche des Beckenbodens, andere entwickeln viel Spannung und halten unbewusst ständig dagegen. Beides kann Beschwerden verursachen und beides verdient Aufmerksamkeit.
Was ist der Beckenboden überhaupt?
Der Beckenboden ist eine Gruppe aus Muskeln, Faszien und Bindegewebe, die den unteren Abschluss deines Beckens bildet. Du kannst ihn dir wie eine elastische Hängematte vorstellen, die zwischen Schambein, Steißbein und Sitzbeinhöckern aufgespannt ist. Er trägt deine Blase, die Gebärmutter und den Darm, unterstützt die Kontinenz und sorgt gemeinsam mit deiner Bauch- und Rückenmuskulatur für Stabilität in deiner Körpermitte.
Doch der Beckenboden ist viel mehr als nur ein Muskel. Er reagiert auf jeden Atemzug, jede Bewegung und jede Belastung im Alltag. Er arbeitet, wenn du dein Kind hochhebst, die Einkäufe trägst, hüpfst, niest oder lachst. Gleichzeitig spielt er eine wichtige Rolle für deine Haltung, dein Körpergefühl und auch für dein Wohlbefinden und deine Sexualität.
Solange alles gut funktioniert, nehmen die meisten Frauen ihren Beckenboden kaum wahr. Erst wenn Beschwerden auftreten, merken wir, wie wichtig er eigentlich für unseren Alltag ist.
Der Beckenboden arbeitet dabei nie allein. Über Faszien und Muskelketten ist er unter anderem mit deiner tiefen Bauchmuskulatur, dem Rücken, dem Zwerchfell und sogar dem Kiefer verbunden. Deshalb können Beschwerden im Beckenboden sich auch an ganz anderen Stellen bemerkbar machen – zum Beispiel durch Rückenschmerzen, Verspannungen im Nacken oder einen ständig angespannten Kiefer. Umgekehrt können auch Stress, Zähneknirschen oder eine ungünstige Körperhaltung Einfluss auf die Spannung deines Beckenbodens haben.

Wusstest du schon?
Viele Frauen versuchen jahrelang, ihren Beckenboden ständig anzuspannen. Ein dauerhaft angespannter Beckenboden kann jedoch ähnliche Beschwerden verursachen wie ein zu schwacher Beckenboden. Deshalb ist eine individuelle Betrachtung so wichtig.
Die drei Schichten des Beckenbodens
Der Beckenboden besteht nicht aus einem einzelnen Muskel, sondern aus drei übereinanderliegenden Muskelschichten. Gemeinsam bilden sie ein stabiles und gleichzeitig bewegliches Netzwerk, das deine inneren Organe trägt, für Kontinenz sorgt und deine Körpermitte unterstützt. Jede Schicht hat dabei ihre eigenen Aufgaben, arbeitet im Alltag jedoch eng mit den anderen Schichten zusammen.
Die äußere Schicht – Verschließen und Wahrnehmen
Die äußere Schicht liegt direkt am Ausgang des Beckens und umschließt die Öffnungen von Harnröhre, Scheide und After. Sie ist die Schicht, die wir am einfachsten bewusst ansteuern können.
Ihre wichtigste Aufgabe ist das Verschließen und Öffnen der Körperöffnungen. Sie unterstützt die Kontinenz, spielt eine Rolle für die Sexualität und hilft dabei, den Beckenboden überhaupt erst wahrzunehmen.
So kannst du diese Schicht spüren:
Stell dir vor, du möchtest den Urinstrahl kurz anhalten oder einen Wind zurückhalten. Die sanfte Spannung, die du dabei wahrnimmst, kommt vor allem aus der äußeren Schicht.
Die mittlere Schicht – Stabilisieren und Unterstützen
Die mittlere Schicht liegt etwas tiefer und spannt sich zwischen den Sitzbeinhöckern auf. Sie bildet eine wichtige Verbindung zwischen der äußeren und der tiefen Schicht.
Ihre Aufgabe ist es, die Beckenorgane zu unterstützen, die Harnröhre zu stabilisieren und Belastungen im Alltag abzufangen. Sie arbeitet besonders dann mit, wenn wir gehen, stehen, Treppen steigen oder etwas tragen.
So kannst du diese Schicht spüren:
Stell dir vor, du ziehst deine Sitzbeinhöcker sanft zueinander oder hebst den Bereich zwischen ihnen leicht nach innen oben an. Die Bewegung ist sehr klein und oft eher ein Gefühl als eine sichtbare Bewegung.
Die innere Schicht – Das Kraftzentrum der Körpermitte
Die innere Schicht bildet die tiefste Ebene des Beckenbodens. Sie liegt wie eine tragende Schale im Inneren des Beckens und trägt Blase, Gebärmutter und Darm.
Diese Schicht arbeitet eng mit dem Zwerchfell, den tiefen Bauchmuskeln und der Rückenmuskulatur zusammen. Sie sorgt für Stabilität, Haltung und eine gute Druckregulation im Bauchraum. Deshalb ist sie besonders wichtig beim Heben, Tragen, Husten, Niesen oder Sport.
So kannst du diese Schicht spüren:
Atme ruhig ein und aus. Stell dir beim Ausatmen vor, dass sich dein Beckenboden wie ein Fahrstuhl sanft nach innen und oben bewegt. Gleichzeitig zieht sich die tiefe Bauchmuskulatur leicht zusammen. Diese tiefe, tragende Spannung kommt vor allem aus der inneren Schicht.
Wichtig zu wissen
Im Alltag arbeiten diese drei Schichten niemals getrennt voneinander. Sie bilden ein Team und unterstützen sich gegenseitig. Ein gesunder Beckenboden kann nicht nur anspannen, sondern vor allem auch wieder loslassen. Genau deshalb geht es im Beckenbodentraining nicht immer nur um Kräftigung. Manchmal braucht ein Beckenboden mehr Kraft, manchmal mehr Entspannung und oft eine gute Balance aus beidem.
Das wäre eine schöne Überleitung zum Abschnitt „Beckenbodenschwäche oder Überanspannung?“.
Geburt – warum Beschwerden oft erst später auftreten
Während einer vaginalen Geburt wird der Beckenboden stark gedehnt und beansprucht. Muskeln, Faszien und Bindegewebe leisten dabei Erstaunliches, um deinem Baby den Weg ins Leben zu ermöglichen. Auch bei einem Kaiserschnitt bleibt der Beckenboden von den Veränderungen der Schwangerschaft und dem erhöhten Druck der vergangenen Monate nicht unberührt.
Viele Frauen erwarten, dass mögliche Beschwerden direkt nach der Geburt spürbar sein müssten. Tatsächlich ist das oft nicht der Fall. In den ersten Wochen und Monaten steht der Körper unter dem Einfluss verschiedener Hormone, die Gewebe und Gelenke weiterhin beweglicher halten. Gleichzeitig tragen wir unser Baby, schlafen wenig, heben Babyschalen, Kinderwagen und Einkäufe. Der Körper funktioniert erst einmal einfach weiter.
So war es auch bei mir. Direkt nach der Geburt hatte ich nicht das Gefühl, dass mein Beckenboden ein Problem darstellt. Erst etwa ein Jahr später bemerkte ich immer wieder Urin in meiner Slipeinlage. Das Verrückte daran war: Ich wusste oft gar nicht, wann es passiert war. Ich hatte keinen offensichtlichen Unfall beim Husten oder Springen. Trotzdem war am Ende des Tages immer wieder etwas Urin in der Einlage. Für mich war klar, dass ich das nicht einfach hinnehmen wollte.
Genau deshalb ist es wichtig zu wissen, dass Beschwerden nicht immer unmittelbar nach der Geburt auftreten. Manchmal zeigen sie sich erst Monate oder sogar Jahre später. Häufige Anzeichen können ein Gefühl von Instabilität in der Körpermitte, Urinverlust beim Husten, Niesen oder Sport, Rückenschmerzen, ein Druckgefühl im Becken oder auch eine dauerhaft erhöhte Spannung im Beckenboden sein.
Die gute Nachricht ist: Dein Körper kann lernen. Mit dem richtigen Training, einer guten Körperwahrnehmung und einem Verständnis dafür, was dein Beckenboden tatsächlich braucht, lassen sich viele Beschwerden positiv beeinflussen.
Beckenbodenschwäche – wenn Halt verloren geht
Vielleicht kennst du das: Du lachst herzhaft, niest, hüpfst mit deinem Kind auf dem Trampolin oder trägst schwere Einkaufstaschen nach Hause und plötzlich gehen ein paar Tropfen Urin verloren. Vielleicht bemerkst du auch ein Druckgefühl im Becken oder hast das Gefühl, dass deine Körpermitte einfach nicht mehr so stabil ist wie früher.
Bei einer Beckenbodenschwäche kann die Muskulatur ihre stützende und tragende Funktion nicht mehr ausreichend erfüllen. Dadurch fällt es dem Körper schwerer, den Druck im Bauchraum auszugleichen und Blase, Gebärmutter und Darm optimal zu unterstützen.
Eine Beckenbodenschwäche entsteht häufig nach Schwangerschaft und Geburt, kann aber auch durch hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren, Operationen, chronischen Husten, starke körperliche Belastungen oder eine dauerhaft ungünstige Körperhaltung begünstigt werden.
Typische Anzeichen können sein:
- Urinverlust beim Husten, Niesen oder Springen
- Druck- oder Fremdkörpergefühl im Becken
- Unsicherheit beim Tragen schwerer Lasten
- Rückenschmerzen oder Instabilitätsgefühl in der Körpermitte
- Schwierigkeiten beim Wiedereinstieg in den Sport
Wichtig ist mir an dieser Stelle: Eine Beckenbodenschwäche bedeutet nicht, dass du versagt hast oder dein Körper „kaputt“ ist. Dein Körper hat während Schwangerschaft, Geburt und vielleicht auch viele Jahre Familienalltag Enormes geleistet. Die gute Nachricht ist, dass sich ein Beckenboden trainieren lässt. Mit den richtigen Übungen, einer guten Körperwahrnehmung und einem ganzheitlichen Blick auf Atmung, Haltung und Bewegung kann er wieder lernen, seine Aufgaben besser zu erfüllen.
Und genau hier beginnt für viele Frauen der Weg zurück zu mehr Sicherheit, Belastbarkeit und Vertrauen in den eigenen Körper.
Wenn der Beckenboden zu viel arbeitet
Viele Frauen denken bei Beckenbodenproblemen automatisch an einen schwachen Beckenboden. Tatsächlich kann aber auch das Gegenteil der Fall sein: Der Beckenboden arbeitet zu viel, steht dauerhaft unter Spannung und findet kaum noch in die Entspannung zurück.
Vielleicht kennst du das Gefühl von Druck, Ziehen oder ständiger Anspannung im Beckenbereich. Manche Frauen berichten von Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Schwierigkeiten beim Einführen eines Tampons oder dem Gefühl, den Beckenboden nie wirklich loslassen zu können. Auch Beschwerden beim Wasserlassen, Verstopfung, Rückenschmerzen oder Verspannungen im Kiefer-, Nacken- und Schulterbereich können damit zusammenhängen.
Oft entsteht diese erhöhte Spannung nicht bewusst. Der Körper versucht Stabilität zu schaffen, Schmerzen auszugleichen oder Stress zu kompensieren. Gerade nach einer Schwangerschaft, bei Symphysen- oder Rückenschmerzen oder in besonders belastenden Lebensphasen entwickeln viele Frauen unbewusst die Gewohnheit, ständig „festzuhalten“.
Das Problem dabei: Ein Muskel, der dauerhaft angespannt ist, kann seine Aufgaben irgendwann nicht mehr optimal erfüllen. Ein gesunder Beckenboden muss nicht nur anspannen können, sondern auch loslassen. Erst das Zusammenspiel aus Kraft, Beweglichkeit und Entspannung sorgt dafür, dass er seine Arbeit zuverlässig erledigen kann.
Deshalb geht es beim Beckenbodentraining nicht immer darum, noch stärker anzuspannen. Manchmal besteht der wichtigste Schritt darin, die Spannung wahrzunehmen, loszulassen und dem Körper wieder zu erlauben, in eine natürliche Balance zurückzufinden.
Meine Erfahrung mit einem dauerhaft angespannten Beckenboden
Meine Erfahrung mit einem dauerhaft angespannten Beckenboden
Lange Zeit hatte ich immer wieder Unterleibsschmerzen. Es fühlte sich ein wenig so an, als würde meine Periode gleich beginnen. Kein starker Schmerz, aber ein ständiges Ziehen und Drücken, das einfach nie richtig verschwand. Ich konnte die Beschwerden überhaupt nicht einordnen und war bei verschiedenen Untersuchungen. Es wurde nach Blasenentzündungen, gynäkologischen Ursachen und anderen möglichen Auslösern gesucht.
Erst viele Jahre später wurde mir klar, dass mein Körper ständig unter Spannung stand. Stress hatte sich nicht nur in meinen Gedanken, sondern auch in meiner Muskulatur festgesetzt.
Besonders deutlich wurde mir das während der Corona-Zeit. Der Stresspegel stieg wieder an und ich bemerkte, wie mein Körper zunehmend verspannte. Bei einer physiotherapeutischen Behandlung stellte sich heraus, dass sogar mein gerader Bauchmuskel verhärtet war.
Heute weiß ich, dass Stress nicht nur unseren Nacken oder unsere Schultern beeinflusst. Auch Bauchmuskulatur, Zwerchfell und Beckenboden reagieren auf dauerhafte Anspannung. Wenn wir ständig funktionieren, Sorgen tragen oder unter Druck stehen, hält oft auch unser Körper fest. Genau deshalb betrachte ich den Beckenboden nie isoliert, sondern immer im Zusammenhang mit Atmung, Haltung, Stressbelastung und dem gesamten Körper.
Die Menopause – eine oft unterschätzte Lebensphase
Viele Frauen verbinden Beckenbodenbeschwerden mit Schwangerschaft und Geburt. Doch auch die Wechseljahre bringen Veränderungen mit sich, die sich auf den Beckenboden auswirken können.
Mit sinkendem Östrogenspiegel verändern sich Muskulatur, Bindegewebe und Schleimhäute. Das Gewebe wird häufig weniger elastisch und verliert an Spannkraft. Manche Frauen bemerken plötzlich einen häufigeren Harndrang, ein Druckgefühl im Becken oder stellen fest, dass beim Husten, Niesen oder Sport immer wieder ein paar Tropfen Urin verloren gehen. Andere spüren eine zunehmende Instabilität in der Körpermitte oder entwickeln Beschwerden, obwohl die Schwangerschaften schon viele Jahre zurückliegen.
Was viele nicht wissen: Die Wechseljahre sind kein plötzlicher Zeitpunkt, sondern ein längerer Veränderungsprozess. Oft beginnt dieser bereits Jahre vor der letzten Menstruation. Beschwerden entwickeln sich deshalb häufig schleichend und werden zunächst als normale Alterserscheinung hingenommen.
Dabei lohnt es sich gerade jetzt, dem Beckenboden Aufmerksamkeit zu schenken. Regelmäßige Bewegung, gezieltes Training, eine gute Körperhaltung und die Zusammenarbeit von Beckenboden, Atmung und Körpermitte können dazu beitragen, Kraft, Stabilität und Lebensqualität zu erhalten.
Die gute Nachricht: Es ist nie zu spät, etwas für deinen Beckenboden zu tun. Egal ob du gerade Mutter geworden bist oder deine Kinder längst erwachsen sind – dein Körper kann in jedem Alter lernen, sich neu zu organisieren und zu stärken.
Was hilft wirklich?
Die Antwort ist vielleicht nicht die, die du erwartest: Es gibt nicht die eine Übung, die für jede Frau funktioniert.
Denn nicht jeder Beckenboden braucht dasselbe. Manche Frauen benötigen mehr Kraft und Stabilität, andere dürfen erst einmal lernen, Spannung loszulassen und wieder ins Spüren zu kommen. Oft ist es sogar eine Kombination aus beidem.
Deshalb beginnt ein sinnvoller Weg immer mit der Frage: Was braucht dein Körper gerade wirklich?
Ein ganzheitlicher Ansatz betrachtet nicht nur den Beckenboden selbst, sondern auch seine Zusammenarbeit mit Atmung, Bauchmuskulatur, Rücken, Haltung und Nervensystem. Denn ein Beckenboden arbeitet nie isoliert. Er ist Teil eines komplexen Systems, das nur dann gut funktionieren kann, wenn die einzelnen Bereiche miteinander harmonieren.
In meiner Arbeit kombiniere ich Elemente aus Postnatal Training, Yoga, Pilates, Atemarbeit und Entspannungstechniken. Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Übungen zu machen, sondern die richtigen Übungen zur richtigen Zeit. Mein Ziel ist, dass du deinen Körper besser verstehst, Vertrauen in ihn zurückgewinnst und wieder spürst, was dir guttut.
Denn egal, ob dein Beckenboden Unterstützung beim Kräftigen, Entspannen oder Koordinieren braucht: Veränderung ist möglich. Oft sind es nicht die großen Maßnahmen, sondern die kleinen, regelmäßigen Schritte im Alltag, die langfristig den Unterschied machen.
Wer kann mich unterstützen?
Wenn du Beschwerden hast oder unsicher bist, was hinter deinen Symptomen steckt, musst du damit nicht allein bleiben. Je nach Ursache und Beschwerdebild können verschiedene Fachpersonen sinnvoll sein.
Deine Frauenärztin oder dein Frauenarzt können medizinische Ursachen abklären und bei Bedarf an weitere Spezialistinnen und Spezialisten überweisen. Bei Schmerzen, Senkungsbeschwerden oder Inkontinenz kann eine Beckenbodenphysiotherapeutin eine wichtige Unterstützung sein. Auch Hebammen begleiten viele Frauen kompetent rund um Schwangerschaft, Rückbildung und die Zeit danach.
Darüber hinaus können Osteopathinnen, Urogynäkologinnen, Schmerztherapeutinnen oder Psychotherapeutinnen wertvolle Begleiterinnen sein – insbesondere dann, wenn Beschwerden schon länger bestehen oder mehrere Faktoren zusammenkommen. Denn gerade beim Beckenboden spielen nicht nur Muskeln und Faszien, sondern oft auch Stress, Atmung, Haltung und unser Nervensystem eine wichtige Rolle.
Als Postnatal Trainerin, Yogalehrerin und Pilates Trainerin unterstütze ich dich ergänzend auf deinem Weg. Mein Schwerpunkt liegt nicht in der Diagnostik oder Therapie, sondern darin, dir zu helfen, deinen Körper besser zu verstehen, Vertrauen in ihn zurückzugewinnen und passende Bewegungs- und Entspannungsstrategien für deinen Alltag zu entwickeln. Gemeinsam arbeiten wir an Kraft, Beweglichkeit, Körperwahrnehmung und einer gesunden Zusammenarbeit von Beckenboden, Atmung und Körpermitte.
Denn egal, ob du gerade Mutter geworden bist, seit Jahren Beschwerden hast oder Veränderungen in den Wechseljahren bemerkst: Du musst nicht einfach damit leben. Oft ist der erste Schritt nicht die perfekte Übung, sondern die richtige Unterstützung.
Meine Therapeuten-Empfehlungen für dich:
http://physio4you-berlin.de/ , Berlin Wilmersdorf, Telefon 030 21960345
https://www.physio-becken-ortho.de/becken/ , Berlin Schöneberg, Telefon 030 – 91 70 82 56
https://pelvicare.de, Berlin Friedrichshain, 0178 3227838
https://www.leben-bewegt.de/, Köln Innenstadt, Telefon 0221 58870085
Beckenboden verstehen – Workshop in Berlin
Du hast beim Lesen vieles wiedererkannt? Vielleicht fragst du dich jetzt, ob dein Beckenboden eher Unterstützung beim Kräftigen oder beim Entspannen braucht. Vielleicht möchtest du einfach besser verstehen, was in deinem Körper eigentlich passiert und warum bestimmte Beschwerden entstehen.
Genau deshalb plane ich aktuell einen Workshop rund um das Thema Beckenboden. Gemeinsam schauen wir uns an, wie der Beckenboden aufgebaut ist, welche Aufgaben er erfüllt und warum Schwangerschaft, Geburt, Stress und die Wechseljahre so großen Einfluss auf ihn haben können.
Dabei geht es nicht nur um Theorie. Du lernst, deinen Beckenboden besser wahrzunehmen, typische Fehlannahmen zu erkennen und erste praktische Übungen für deinen Alltag mitzunehmen. Ganz ohne Leistungsdruck, Scham oder Tabus.
Der Workshop richtet sich an Mütter nach Schwangerschaft und Geburt, Frauen mit Beckenbodenbeschwerden sowie Frauen in den Wechseljahren, die ihren Körper besser verstehen und aktiv unterstützen möchten.
Möchtest du erfahren, sobald die Anmeldung startet? Dann trage dich gerne in meinen Newsletter ein oder sende mir eine Nachricht. Ich freue mich darauf, dieses wichtige Thema gemeinsam mit dir zu entdecken.
